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Björn Ognibeni
Practical Visionary - CoFounder ChinaBriefs.io & XRLab@MCM - formerly CEO BuzzRank, now powered by dpa.
Björn Ognibeni is an experienced digitalization advisor to top companies and brands, focusing on learning from digital trends in Disruptive China and exploring the potential of the metaverse.
He is the founder of ChinaBriefs.io and a co-founder of XRLab@MCM at the University of Münster.
Björn Ognibeni holds a Master of Arts in Economics from The University of Göttingen, with previous studies in Physics at Technische Universität Braunschweig and at Martino-Katharineum, Braunschweig.
His professional journey includes roles like Former Lecturer in Digital Strategy at HSBA Hamburg School of Business Administration, Former Mentor at German Accelerator, and Former Co-Founder at ChinaBriefs.
With a background that spans various key positions in notable organizations like Bertelsmann Group, GoViral, and Icon Medialab, he brings a wealth of experience to his current endeavors.
Highlights
Zwei spontane Gedanken zum Wahlabend heute:
- Wir brauchen eine neue Partei in der Mitte.
Die meisten Stimmen haben die jüngsten Parteien bekommen. Wieso schaffen das nur Rechtsextreme und Putin-Freunde? Was würde passieren, wenn es eine junge Partei in der Mitte gäbe, die das Land nicht zurück sondern nach vorn bringen will?
- Thüringen braucht eine Lösung außerhalb der üblichen Parteilogiken.
Wie wäre es, wenn der in Thüringen offensichtlich beliebte Bodo Ramelow aus seiner Partei austritt, dann als Parteiloser von allen demokratischen Parteien einen Regierungsauftrag bekommt und sich dafür ein Team zusammenstellt, was keiner Partei und nur dem Land verpflichtet wäre?
Geht nicht? Ist alles unrealistisch? Ja, mag sein. Aber für wie realistisch hätte man vor 5 oder vor 10 Jahren die heutigen Wahlergebnisse gehalten? Eben!
In einer Zeit, in der Unmögliches möglich wird, sollte man auch mal über unrealistische Ideen nachdenken, oder?
Trotz des aktuellen Sonnenscheins draußen dürfte heute ein dunkler Tag für unser Land werden, wenn in manchen Bundesländern mehr als die Hälfte der Wähler:innen sich für Anti-Demokraten und Putin-Freunde entscheidet...
Nun rächt es sich, dass wir #Wessis nach der Wende jede Ossi-Kreativität abgewürgt haben. Wir wollten kein gemeinsames System neu erfinden: keine neue Verfassung, keine moderne Staatsreform, kein Durchdenken des Föderalismus usw.
Stattdessen wurde unser bereits etwas in die Jahre gekommenes Parteiendemokratie-System dem Osten einfach übergestülpt. Fertig. Und nun scheint dieses an sein Ende gekommen zu sein – zunächst nur im Osten, aber vielleicht auch bald im Westen...?
Doch im Osten gibt es anscheinend nicht nur Jammern und Wehklagen, sondern auch pragmatische neue Ideen, wodurch wir unser inzwischen komplett dysfunktionales Parteiensystem ersetzen könnten: durch Bürger und Organisationen, die ohne Parteipolitik einfach auf lokaler Ebene das Leben organisieren. Mit parteilosen Räten und Bürgermeistern. Mit Versammlungen, in denen per Los ausgewählte Bürger:innen vorgegebene Themen diskutieren und Handlungsempfehlungen beschließen.
Ostdeutschland als Labor für neue Formen der Partizipation.
Den Spiegel-Autoren des unten verlinkten Artikels sind all diese Entwicklungen irgendwie nicht geheuer. Denn sie wirken wie ein Fremdkörper im aktuellen System, das komplett auf Parteien zugeschnitten ist. Aber wenn diese Parteien nicht mehr funktionieren, brauchen wir wohl etwas Neues. Und warum sollte das nicht dort erfunden werden, wo man schon einmal ein altes System einfach so überwunden hat?
Wenn nach heute Abend in manchen Ländern das bisherige Koalitionsregieren nicht mehr möglich sein sollte, dann könnte man statt(!) fauler Kompromisse mit kompromiss- und skrupellosen Parteien vielleicht mal etwas Neues probieren: eine Regierung mit Personen, die nicht wegen einer Parteizugehörigkeit gewählt werden, sondern weil eine Mehrheit von Abgeordneten sie für kompetent hält. Die Parteien diskutieren im Parlament, und die Regierung macht ihre Arbeit – beides unabhängig voneinander.
Das klingt für jeden in der BRD sozialisierten Wessi nach einer kompletten Utopie. Aber vielleicht sind wir genau deshalb nie darauf gekommen, so etwas zu probieren, und sollten es jetzt mal die #Ossis versuchen lassen...?
Ich hätte auch schon eine Idee wie man so ein Prinzip nennen könnte: #Gewaltenteilung! Und es kann sogar sein, dass das so auch schon im Grundgesetz steht...
